Stadt Süßen

Heidenheimer Straße 30
73079 Süßen

E-Mail info@suessen.de
Telefon 07162/96 16-0
Telefax 07162/96 16-96
Kontakt
Sie sind hier:: Start / Umwelt / Aktuelles

Aktuelles

Fahrt zur Staudengärtnerei nach Illertissen

Fahrt zum Gartenparadies nach Illertissen - mit Führung

Vor nunmehr 38 Jahren gegründet, hat sich die Staudengärtnerei Gaißmayer immer weiter entwickelt und bietet mit über 3600 Arten und Sorten das umfassendste Staudensortiment deutschlandweit an. Alle Stauden in Bioland-Qualität, ein in dieser Form einmaliges Mutterpflanzenquartier und Spezialsortimente wie Minzen und Phloxe machen diese Gärtnerei einmalig. Aber auch das seit 2013 bestehende Museum der Gartenkultur mit den angrenzenden rund 20 verschiedenen Themengärten werden sie staunen lassen.
 
Bei der etwa einstündigen Führung durch die Gärtnerei und insbesondere durch die Mutterpflanzenquartiere erwarten Sie eine Fülle an Wissen über eine riesige Staudenauswahl sowie Anregungen durch Kombinations- und Pflanzbeispiele.
Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, auf eigene Faust durch die Gärten zu schlendern und sich inspirieren zu lassen, ökologisch wertvolle Bereiche im eigenen Garten zu gestalten.
Oder Sie besuchen das Museum der Gartenkultur, nutzen die Möglichkeit, direkt im Shop einzukaufen oder machen es sich im Café:grün gemütlich...
 
Genießen sie ein paar Stunden in diesem Gartenparadies voller Düfte, Farben und Gartengeschichten.
 
Die ursprünglich am 27.06.2020 geplante Fahrt musste aufgrund der Corona-Situation leider abgesagt werden, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
 

Neuauflage der "Süßener Gartenfibel"

Neuauflage der "Süßener Gartenfibel"

Sie suchen Anregungen und Tipps für einen naturnahen und pflegeleichten Garten? Da haben wir was:
Die Mitglieder der Lokalen Agenda, Arbeitsgruppe Umwelt, haben in ihrer Broschüre "Süßener Gartenfibel" übersichtlich zusammengestellt, worauf es ankommt.

Nach der ersten Auflage im Jahr 2011 war es nun an der Zeit, die Gartenfibel zu überarbeiten und um wichtige Aspekte zu ergänzen:
> Welche Bäume eignen sich durch den Klimawandel künftig besonders für unsere Gärten?
> Welche Stauden sind insektenfreundlich und kommen ohne aufwendige Pflege aus?
> Welche Alternativen gibt es, den Garten pflegeleicht und ohne Schotter anzulegen?

Lassen Sie sich von unserer Gartenfibel inspirieren!
Sie liegt kostenlos im Rathaus sowie im Kulturhaus zur Mitnahme bereit und kann auch hier direkt heruntergeladen werden:

Typ Name Datum Größe
pdf Gartenfibel klein 2019.pdf 24.03.2020 1,034 MiB

Gärten im Wandel

Gärten im Wandel


Die Vorgeschichte zum Thema:  Der Zustand unserer Städte

Es lässt sich nicht länger ignorieren: Die Wetterereignisse der letzten Jahre liegen nicht einfach in der zu erwartenden Varianz unseres mitteleuropäischen Klimas. Sie sind vielmehr Auswirkungen des Klimawandels. So werden wir uns in den kommenden Jahren auf weiter steigende Temperaturen und längere Hitzeperioden, gleichzeitig immer wieder sehr kalte Winter, stärkere Regenereignisse vor allem im Sommer und auf häufige lokale Unwetter einstellen müssen.

Die Städte werden von diesen Auswirkungen besonders betroffen. Aufgrund der hohen Versiegelungsgrade sind Oberflächen und Lufttemperaturen hier deutlich höher als im Umland. Dieser Hitzeinseleffekt führt in den wenig durchgrünten und teilweise komplett versiegelten Innenstädten tagsüber zu Temperaturen, welche einen längeren Aufenthalt im Freien nahezu unmöglich machen und nachts eine wirkungsvolle Abkühlung verhindern, wenn Beton und Asphalt ihre gespeicherte Wärme abgeben. Immer mehr Klimaanlagen und verglaste Bauwerke begünstigen die Aufheizung zusätzlich.

Neben schnellen und konsequenten Maßnahmen zum Senken des CO<sub>2</sub>-Ausstoßes werden Strategien zur Anpassung an das Klima zwingend sein. Möglich wären: Begrünte Dächer und Fassaden, Verwendung hitzetoleranter Baumarten, mehr Grünflächen, Regenwasserrückhaltemaßnahmen, Brunnen, Wasserspiele und vieles mehr.

Beispiel für Gründach,  Foto: S. Krause


Veränderungen in den Städten und Gärten

Mittelalterliche Städte ebenso wie die Städte der frühen Neuzeit waren eng bebaut, aber gering versiegelt. Zwischen den Häusern waren Wege und Straßen aus gestampftem Lehm. Lediglich das Oberflächenwasser wurde in offenen steinernen Rinnen geführt. Die Grundstücke selbst waren meist ebenfalls unbefestigt.

Am Rand der Siedlungen, aber meist noch innerhalb der Stadtmauern, befanden sich Gärten und kleine Äcker zur Nahrungsversorgung. Die Städte waren von Flüssen, Bächen und Gewerbekanälen durchzogen. Da diese meist unbefestigt waren, versanken die Städte oft im Schlamm.

Kleinklimatisch beförderte dies allerdings hohe Verdunstungsraten, was im Sommer zu angenehmen Temperaturen führte. In den stärker versiegelten Städten der Mittelmeerländer hatte man diesen Effekt durch den Einsatz von kühlenden Brunnen mit großen Wasserbewegungen.

Mit der Industrialisierung wuchsen die Städte schnell. Damit einhergehend auch der Wasserverbrauch und der Versiegelungsgrad. Regenwasser und Abwasser wurden unterirdisch abgeleitet, Bäche verdolt und begradigt. Gleichzeitig wurden riesige Verkehrsflächen geschaffen. Die Städte wurden steinern, trocken und warm. Die wichtigsten Baumaterialien, Beton und Asphalt, zeichnen sich durch hohes Wärmespeichervermögen und geringes Wasserrückhaltevermögen aus. Durch übermäßige Versiegelung auch vieler kleiner Restflächen verschärft sich das Problem laufend weiter.

Durch diese künstlichen Baustoffe entstand auch ein künstlich anmutendes ästhetisches Empfinden bei den Menschen: Bäume werden als Schmutzbringer, Blütenpflanzen als Unkraut, Insekten als lästig und natürliche Sukzessionsflächen als ungepflegte Räume empfunden. Dabei hilft jede begrünte Fläche, globale Strahlung in Verdunstungsenergie zu verwandeln.

Der Trend zur „Ordentlichkeit“ macht auch vor Privatgärten nicht Halt:
So haben sich in den letzten Jahren verstärkt sogenannte Kiesgärten in Wohngebieten ausgebreitet. Die Toleranz gegenüber der Natur im Garten schwindet mehr und mehr.

Foto: pixabay
Foto: pixabay


Der vermeintlich pflegeleichte Kiesgarten

In den letzten Jahren findet man immer mehr Kiesgärten in Wohngebieten.

Die Vorteile dieser modernen Gartenform sind allerdings trügerisch: Die vermeintliche Unkrautfreiheit ist nur in den ersten 1-2 Jahren gegeben, da alle Gewächse in irgendeiner Form Laub oder Nadeln abwerfen. Zusammen mit Pollen und Staub aus der Luft bilden diese über die Jahre hinweg in den Ritzen der Steine Humus und somit eine gute Keimgrundlage für angewehte Samen.

Das verwendete Kunststoffvlies zersetzt sich im Laufe der Zeit und verwandelt sich in Mikroplastik. Das Bodenleben wird durch den Druck der Steine, die fehlende Durchlässigkeit und die Sauerstoffarmut komplett zerstört.

Aus ökologischer Sicht sind diese Flächen höchst bedenklich. In solchen Gartenflächen findet kein Insekt Pollen oder Nektar, kein Vogel einen Wurm und kein Tier ein Winterquartier. Kiesgärten tragen außerdem stark zur Erhitzung des unmittelbaren Umfeldes bei.

Der verständliche Wunsch nach einem pflegeleichten Vorgarten ist weit verbreitet. Pflegeleichte Gärten entstehen aber zuerst im Kopf. Ein übertriebener Ordnungssinn, der in der Natur keinerlei Entsprechung findet, ist auf Dauer keine Lösung.

Foto: B. Schweighofer
Foto: B. Schweighofer


Der artenreiche und trotzdem pflegeleichte Vorgarten

Die natürlichen Lebensräume schrumpfen. Das Artensterben ist dramatisch.
Doch jeder einzelne Haus- und Gartenbesitzer kann etwas dagegen tun, indem er seinen Garten möglichst naturnah und ökologisch vielfältig gestaltet. Jeder noch so kleine Gartenbereich ist ein wertvoller Bestandteil im großen Ganzen und kann als Trittstein für Insekten, Kleinsäuger und Vögel dienen.

Es beginnt bereits mit dem Vorgarten, der Eingangspforte des Hauses und Kontaktzone zwischen öffentlichem und privatem Bereich. Eine freundliche, blumenreiche und artenvielfältige Gestaltung erfreut nicht nur Sie selbst, sondern auch Gäste und Passanten.

Der erste Schritt einer Gartengestaltung ist die Wegegestaltung:
Besonders wertvoll für den Weg ums Haus sind große Natursteine, Betonplatten oder Steine mit Fugen. Diese werden mit Kalkschotter gefüllt und mit sehr niedrigen, teilweise auch trittverträglichen Stauden wie Sedumarten, Thymian longifolius, Waldsteinia ternata oder der wunderbar duftenden römischen Kamille bepflanzt.

Der Bereich zwischen Weg und Grundstücksgrenze oder Haus wird je nach Belichtung gestaltet:
Schattige und halbschattige Bereiche können gut mit verschiedenen Farnen, Hosta, Gräsern, Lerchensporn, Waldsteinien und Hortensien bepflanzt werden. Dazu frühblühende Blumenzwiebel  wie Märzenbecher,  Winterlinge oder Blaustern ergeben eine ruhige, ästhetische und sehr pflegeleichte Gartensituation.

Für sonnige Bereiche kann der bestehende Boden etwas mit Sand oder 0/10er Mineralschotter abgemagert werden. Geeignete Stauden für diese trockenen Standorte sind Schafgarbe, Zwergfrauenmantel, Perlkörbchen, Färberkamille, Junkerlilie, Glockenblumen, Spornblume, Spanische Edeldistel, Wolfsmilch, Lein, Katzenminze, Origanum, Islandmohn und viele mehr. Diese Pflanzen sind allesamt sehr genügsam, erfreuen uns Menschen mit Blüten und teilweise betörendem Duft und sind für die uns umgebende Fauna Nahrung, Schutz und Winterquartier.

Wenn dann noch etwas Höhenstruktur fehlt, ist ein kleinkroniger Baum die beste Empfehlung: Schwedische Mehlbeere, Zierapfel oder aber der Bienenfreundbaum bilden kleine Kronen, blühen herrlich (der Bienenfreundbaum ist durch seine späte Blüte im Hochsommer besonders wertvoll für Insekten) und bilden wunderschöne Fruchtstände, die als Winternahrung wichtig sind.

Haben sie den Mut, aus ihrem Garten eine blütenreiche und ökologisch wertvolle Fläche zu machen. Die größte Freude daran werden sie selber haben.  

Foto: B. Schweighofer
Foto: B. Schweighofer

Nächste Besprechung

Nächstes Treffen der Arbeitsgruppe "Umwelt"
Termin steht noch nicht fest.

Ansprechpartner Lokale Agenda

Monika Groß Heidenheimerstraße 3073079 SüßenRaum 10agenda@suessen.deTel:  07162 / 9616 - 651Fax: 07162 / 9616 - 91

Veranstaltungen